Ein japanischer Meister und sein Sohn während einer Reise in die Alpen

Text und Fotos: Louis Bourdeau/p>

Im November 2012 kamen Herr Kenichi Abe und sein Sohn Daiki aus Fukushima in die Alpen, um einen Bonsai Workshop zu leiten und um einige Tage lang die Natur der Alpen zu beobachten und zu genießen. Herr Abe hat schon mehrere Reisen nach Europa, insbesondere nach Belgien und Italien unternommen. Für Daiki war es die erste Reise außerhalb Japans. Für mich war es eine einzigartige Gelegenheit, die Eindrücke von Vertretern von japanischen Bonsaiprofis aus zwei Generationen zu erhalten, deren Hauptquelle für ihre eigene Inspiration die Wildheit ihrer eigenen Berge ist.

Herr Abe und Daïki inspizieren eine Fichte oberhalb der Baumgrenze.
 

Der Hauptzweck dieser Reise war die Leitung eines zweitägigen Workshops für die Mitglieder des Bonsai Clubs von Léman, einer französisch-schweizer Gesellschaft von Liebhabern, deren Hilfe für meine Organisation der Reise sehr wertvoll gewesen ist.

 

Viele der Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, um Herrn Abe einige alpine Yamadori vorzustellen. Bei den Bäumen handelte es sich u.a. um Pinus uncinata, Mugo sylvestris und Fichte. Obwohl Herr Abe normalerweise mit Bonsai arbeitet, die aus Samen gezogen wurden, wurde er durch die Yamadori mit ihren starken Charakteren nicht verunsichert. Wie auch immer die Herkunft der Bonsai aussieht, die Familie Abe verfolgt mit ihrem speziellen Stil immer dasselbe Ziel: die Schönheit der Natur soll durch die Schönheit der offenen Räume zum Ausdruck gebracht werden.

Kenichi Abe während eines Workshops im Club von Léman.
 

Manche der Yamadoristämme weisen sicherlich Mängel (Mangel an Bewegung, der starkes Biegen nötig macht) oder mangelhafte Nebari auf, aber Herr Abe behandelte das Totholz einer typischen Pinus uncinata mit der gleichen Wertschätzung wie den wunderschönen Doppelstamm einer Japanischen Mädchenkiefer von einem der Clubmitglieder.

 

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